Wie jede Samstagnacht, kurz nach
Mitternacht, beginnt diese nächtliche Busfahrt, aber diesmal bin ich
niedergeschlagener als sonst. Immer wieder tauchen die Bilder von meinem
besten Kumpel Paul auf. Er ist mein einziger wirklicher Freund. Wir
kennen uns seit vielen Jahren und wir haben die gleichen Sorgen, Nöte
und Probleme und vor allem das gleiche Pech bei den Frauen. Bei ihm lag
es bislang immer am Aussehen. Paul ist klein und rundlich, sein Gesicht
schwabbelig und selbst im Hochsommer Schneeweiß. Ich hingegen bin groß,
schlank, achte auf gute Kleidung, trainiere regelmäßig im Fitnessstudio.
Aber trotzdem, mit den Frauen läuft es einfach nicht, es liegt an meiner
blöden Schüchternheit.
Wenn mich ein Mädchen anlächelt, schaue ich verlegen zu Boden. Wenn sie
mich anspricht, komme ich ins Schwitzen und fange an zu stottern. Bei
Frauen, die ich länger kenne und die in die Kategorie "weibliche
Kumpels" fallen, sind diese Probleme vorerst weg. Aber kaum macht eine
von ihnen eine zweideutige Bemerkung, eine Anspielung auf ein
zwischenmenschliches oder gar sexuelles Thema und sieht mich dabei an,
spüre ich wieder diese verhasste Nervosität und Unsicherheit.
Jetzt sitze ich im Bus, an meinem Lieblingsplatz: Vorletzte Reihe,
rechts am Fenster. Selten habe ich diesen Bus verpasst, und das nicht
nur weil er der letzte ist, der in den entlegenen Vorort fährt, in dem
ich wohne. - Ja, ich wohne noch bei meinen Eltern, na und? Ich habe vor
einem Jahr mein Studium an einer Technischen Fachhochschule begonnen,
und es ist so zeitraubend, dass an einen Nebenjob nicht zu denken ist.
Logische Folge: Kein Geld für eine Wohnung! Schon gar nicht hier im
Stadtzentrum, bei den explodierenden Mietpreisen. Stattdessen:
Mechatronik büffeln in meinem Kinderzimmer, das nervende Geplapper
meiner Mutter und das mürrische Brummen meines Vaters ertragen und -
viel, viel Bus fahren.
Diesen Bus verpasse ich wie gesagt fast nie, da ich nach der Kneipentour
mit meinen Kumpels und ein paar Bier meistens sowieso genug habe. Ich
bin eben keine Nachteule... Viele von ihnen ziehen dann noch weiter, in
die Disco oder in einen Club. Aber ich hasse tanzen! Und die
Partnersuche habe ich ohnehin schon aufgegeben... Manchmal frage ich
mich ernsthaft, warum Gott mich nicht zu einer Frau gemacht hat. Dann
reicht ein gutes Aussehen, und schon wirst du von Verehrern umzingelt!
Der Bus fährt los, noch ist er halb leer. Doch jetzt wird er gleich
seine Runde um die Innenstadt drehen und dabei das übliche Sammelsurium
an Nachtschwärmern aufgabeln. Meist ist er proppenvoll, wenn er das
Zentrum verlässt und sich seinen Weg durch das Häusermeer der Vorstädte
bahnt... Dann entlässt er portionsweise seine Ladung, und ich bin fast
jedes mal der einzige, der bis zur Endstation sitzen bleibt. Ja, ich bin
der Letzte! Das Letzte!...
Ich hätte nicht gedacht, dass Paul so ein Arschloch ist. Vor einer Woche
haben wir sie gemeinsam kennen gelernt. "Sie", das ist eine gewisse
Heidi, nicht unbedingt geistreich, aber gut gebaut und natürlich blond (sorry
für das Klischee)... Ein richtiger "Feger", wie es so schön heißt. Ich
weiß gar nicht mehr, wie sie in unsere Runde kam, sie war die Freundin
einer Freundin von irgendeinem meiner Kumpels - oder so ähnlich. Aus
irgendeinem Grund saßen plötzlich nur noch Paul und ich mit ihr am
Tisch, wir hatten also die gleichen Chancen. Es waren nahezu
Laborbedingungen! Aber der Unterschied war krass. Paul war charmant, ich
hölzern. Sein Lächeln war gewinnend, meines zurückhaltend. Wie kann man
nur so ein Selbstbewusstsein haben, wenn man wie Paul aussieht?
Natürlich war es Paul, der zuerst die Telefonnummern mit ihr tauschte --
mit etwas mitleidigem Blick schrieb sie danach auch meine Nummer auf.
Natürlich rief ich sie nicht an, und sie mich auch nicht. Und natürlich
kam heute der Schock: Paul tauchte Hand in Hand mit ihr auf, und sie
setzten sich in unsere Runde, als wäre es die normalste Sache der Welt!
Derselbe Paul, mit dem ich so viele weinselige Stunden in brüderlicher
Zweisamkeit verbracht hatte! Wie oft wir gemeinsam über "alle Weiber
dieser Welt" geschimpft hatten und unsere kameradschaftliche Treue
hochleben lassen hatten! Nun saß er da mit diesem Flittchen, und sie
klebte förmlich an ihm! Als sie irgendwann begannen, herumzuknutschen,
wurde mir schlecht und ich musste mich wegdrehen. Paul vermied den
ganzen Abend über meinen Blick. Als ich mich verabschiedete, zuckte er
entschuldigend mit den Schultern und wandte sich wieder seiner Flamme
zu.
Der Bus wird immer voller. Normalerweise genieße ich diese Fahrt,
beobachte die Menschen und belausche nächtliche Dialoge, die mich nichts
angehen. Und natürlich bin ich immer besonders gespannt, wer sich an
meine Seite setzt -- leer bleibt der Platz fast nie. Wenn ich Glück
habe, ist es ein hübsches Mädchen, dann kann ich mich zumindest für eine
Zeitlang der Illusion körperlicher Nähe zu einem weiblichen Wesen
hingeben. Wenn ich Pech habe -- wie letzte Woche -- ist es ein Säufer,
der mir die ganze Fahrt vermiest. Aber heute ist mir das alles egal, zu
groß ist mein Ärger auf Paul, auf sein Flittchen, auf mich selbst und
die ganze Welt...
Erst, als ich den Duft rieche, registriere ich, dass sich jemand neben
mich gesetzt hat. Er ist dezent, unaufdringlich, aber überaus angenehm.
Ich habe zwar wirklich keine Ahnung von Parfums, aber ich weiß dass ich
so etwas noch nie gerochen habe, schon gar nicht in diesem Bus.
Außergewöhnlich, exklusiv und anziehend - ja, "anziehend" ist der beste
Ausdruck für diesen sinnlichen Duft. Ich blicke auf und mir stockt einen
Moment lang der Atem. Neben mir sitzt eine Schönheit, die mich
augenblicklich alle Heidis dieser Erde vergessen lässt. Da sie den Kopf
ein wenig nach links gedreht hat, kann ich sie unauffällig von der Seite
mustern. "Karibisch" ist das erste Wort, das mir einfällt... Es ist eine
junge Frau von vielleicht 25 Jahren mit kaffeebrauner Haut, langen
dunklen Locken und feinen Gesichtszügen. Ein luftiges weißes Sommerkleid
umgibt ihre schlanke und zierliche Figur. Es endet ein gutes Stück
oberhalb ihrer Knie, sodass nicht wenig von ihren makellosen Beinen zu
sehen ist. Welch ein Anblick!
Mein Herz schlägt schneller. Zumindest in dieser Hinsicht ist der Abend
doch noch ein echter Volltreffer geworden. Ich hoffe inständig, dass
diese exotische Schönheit so lange wie möglich an meiner Seite sitzen
bleibt. Mir ist klar, dass wir einander ignorieren werden --
wahrscheinlich wird sie gleich ihr Handy zücken und darauf eintippen und
herum wischen wie alle meine bisherigen Sitznachbarinnen. Aber trotzdem
fühle ich mich in diesem Moment einfach wohl und mein Frust ist fürs
Erste vergessen.
Der Bus fährt weiter, und meine Prognose ist falsch: Sie zückt weder
Handy noch sonst etwas, sondern sitzt einfach nur da. Während ihre
feingliedrigen Hände auf ihrem Schoß ruhen und ein Ledertäschchen
festhalten, schweift ihr Blick im Bus herum. Vielleicht fragt sie sich,
wo sie hier hineingeraten ist. In diesem Bus voller Proleten und
Suffköpfe scheint sie ja tatsächlich fehl am Platz. Ganz bestimmt kommt
sie aus keiner Kneipe. Viel eher von einem Ball, oder gar aus der Oper.
Jetzt dreht sie den Kopf nach rechts, woraufhin ich meinen verstohlenen
Blick schnell von ihr abwende. Ich habe den Eindruck, dass sie mich von
der Seite mustert. Vielleicht täusche ich mich aber, und sie will nur
aus dem Fenster blicken. Mit klopfendem Herzen starre ich geradeaus.
Verdammt, schon wieder diese Nervosität! Aus den Augenwinkeln beobachte
ich, wie sie sich wieder abwendet und nach vorne schaut. Nun riskiere
ich es wieder, meinen Kopf ganz leicht zu ihr zu drehen.
Ihr Gesichtsausdruck ist ernst, ihre Augen hellwach. Sie scheint sich
für alles zu interessieren, was um sie herum vorgeht. Ohne meinen Kopf
zu bewegen, schiele ich hinab zu ihren Brüsten. Ihr züchtiges Dekolleté
gibt nicht viel frei, aber was ich darunter erahne, passt gut zum Rest
dieser Traumfrau. Jetzt scheint sie mir einen kurzen Blick zuzuwerfen.
Hat sie meine Stielaugen etwa doch bemerkt? Schnell wende ich mich
wieder ab und tue so, als studiere ich das Muster auf der Sitzlehne vor
mir.
Nun fällt mir noch etwas auf: Sie sitzt ein kleines bisschen zu nahe bei
mir. "Zu" nahe natürlich nicht für meinen Geschmack, aber im Vergleich
zur Norm. Üblicherweise nützen zwei einander fremde Menschen auf eng
begrenztem Raum instinktiv die maximale verfügbarer Distanz aus, auch
wenn es sich nur um ein paar Zentimeter handelt. Doch diese Frau hat
sich sehr nahe an die unsichtbare Trennlinie zwischen uns beiden
positioniert. Unsere Beine sind höchstens eine Handbreite voneinander
entfernt. Ich schaue wieder gerade nach vorne, und erneut dreht sie sich
zu mir und beobachtet mich von der Seite. In dem Moment ist es für mich
klar: Die Frau ist allem Anschein nach durchaus an einer Kontaktaufnahme
interessiert! Warum kann ich sie nicht einfach ansprechen? In Gedanken
gehe ich mögliche Sätze durch: "Fährst du öfters mit diesem Bus?", "Heiß
hier drin, nicht wahr?", "Entschuldige, weißt du wie spät es ist?"...
Ein Satz plumper und peinlicher als der andere... Verdammt, vielleicht
ist das hier eine Riesenchance! Und ich bin drauf und dran, sie zu
vergeigen. Ich habe zu schwitzen begonnen. Es ist einfach immer das
gleiche mit mir.
Als ich die Berührung spüre, zucke ich unwillkürlich zusammen. Ihr
rechtes Bein ist gerade ganz leicht gegen mein linkes gestoßen. Nur die
dünne Stoffschicht meiner Leinenhose war zwischen unseren Beinen.
Natürlich war es ein Versehen, auf jeden Fall nicht Absicht, aber die
Wirkung ist trotzdem elektrisierend. Jetzt wieder, und sogar etwas
kräftiger! Kann das wirklich Zufall sein? Ich spähe zu ihr, doch sie ist
abgelenkt und blickt in die andere Richtung. Also wohl doch Zufall! Ich
glaube, ich sollte bald mal zu einem Psychiater mit meinen
Wahnvorstellungen. Während ich mir die wildesten Dinge
zusammenfantasiere, hat die junge Dame wahrscheinlich nicht mal meine
Existenz registriert. Ich muss mich auch ein wenig ablenken und schaue
nach rechts aus dem Fenster hinaus. Häuser ziehen vorbei. Dann stehen
wir eine Zeitlang an einer roten Ampel, dann wieder Häuser. Die
Eintönigkeit ist beruhigend. Dann spüre ich, wie ihr Bein zum dritten
Mal kurz an meines stößt. Die Berührung ist angenehm, aber auch
verunsichernd. Noch immer weiß ich nicht, ob das alles reiner Zufall
ist, oder ob die Frau irgendetwas von mir möchte.
Jetzt hat sie den Kopf wieder zu mir gedreht und betrachtet mich. Stur
blicke ich nach vorne. Warum muss ich so verdammt schüchtern sein? Sie
sieht mich noch immer an. Nach wie vor gebe ich vor, nichts zu bemerken,
aber sie wendet den Blick nicht ab. Und plötzlich höre ich eine Stimme.
Ihre Stimme. "Ist alles okay?" fragt sie. Langsam wende ich mich ihr zu.
"W...was?" frage ich unsicher. "Ist alles okay?", wiederholt sie und
sieht mir nun direkt ins Gesicht, ein leichtes Lächeln auf den Lippen.
Ihre Stimme ist sanft, der Tonfall liebevoll. Ich räuspere mich. "Ja,
natürlich -- alles bestens!" sage ich. "Sicher?" fragt sie nach, die
Stirn leicht gerunzelt. Jetzt breitet sich das Lächeln in ihrem Gesicht
aus, freundlich, offenherzig - aber liegt darin nicht auch ein wenig
Spott? Macht sie sich etwa über meine Unsicherheit lustig? "Ja ja,
natürlich!" entgegne ich nochmal hastig. Mist! Das klang viel
unfreundlicher als beabsichtigt. Ihr Lächeln verschwindet, sie wendet
sich ab.
Was bin ich nur für ein verstockter Vollidiot! Ich habe ihr
signalisiert, dass sie mich in Ruhe lassen soll. Aber genau das will ich
doch nicht! Sie hat mich offen zur Kommunikation eingeladen, und was tue
ich? Paul wären sicher zehn verschiedene lässige Sprüche als Reaktion
auf ihre Frage eingefallen. Hätte ich doch nur ein bisschen was von
Pauls schlagfertiger Art - dafür würde ich sogar gern meinen Waschbrett-
gegen seinen Bierbauch eintauschen. Wäre doch nur das Eis gebrochen, wir
befänden uns jetzt sicher schon in einem netten Geplauder, in einem
spielerischen nächtlichen Sommerflirt. Irgendwann würde ich sie fragen,
ob ich sie mal auf einen Kaffee einladen darf, vielleicht würden wir
Nummern tauschen... Und selbst wenn nicht, wäre es auch nicht tragisch -
dann hätte ich wenigstens eine schöne Erinnerung an diese Begegnung und
nicht nur das Gefühl, wiedermal grandios versagt zu haben.
Ich presse immer wieder meine Zähne zusammen und starre aus dem Fenster.
In dem Moment würde ich am liebsten von dieser Welt verschwinden. Jetzt
fahren wir schon fast zehn Minuten. Ein Drittel der der Fahrt ist
vorbei, der Bus leert sich allmählich wieder. Wahrscheinlich wird sie
auch bald aussteigen, mich keines Blickes mehr würdigen, und dann ist
mein Elend perfekt. Kann ich an der Sache noch etwas retten? Endlich
gebe ich mir einen Ruck, drehe meinen Kopf zu ihr - so deutlich, dass
sie es mitkriegen muss, fast trotzig. Diesmal ist es sie, die geradeaus
schaut und so tut, als bemerke sie nichts. Zu spät, denke ich mir, ich
habe alles verbockt. Kraftlos sinke ich in mich zusammen. Selber schuld.
Minuten vergehen, der Bus hält, weitere Leute steigen aus. Die Schönheit
bleibt sitzen. Wenigstens den Duft kann ich noch für ein paar Momente
genießen, denke ich mir und atme tief ein. Ich schließe die Augen... Und
schließlich, als ich längst nicht mehr damit rechne, folgt die
unerwartete Wendung: Ihr Bein stößt wieder an meines. Diesmal noch
stärker als zuvor, geradezu fordernd. Zufall ausgeschlossen. Eine
Sekunde lang erstarre ich, dann wende ich mich ihr zu. Sie schaut mich
direkt an und kichert leise. Sie sieht sehr süß dabei aus. Automatisch
breitet sich auch auf meinem Gesicht ein Lächeln aus. Die Mauer meiner
Schüchternheit bekommt Risse... Ich bringe zwar kein Wort heraus, aber
das macht nichts, wir lächeln uns einfach an. Ich spüre ein Kribbeln im
Bauch... Dann werde ich doch noch einmal etwas wenig unsicher, drehe
mich leicht weg - sofort stößt wieder ihr Bein an meines, was wohl
bedeutet: Hey, bleib hier!
Jetzt genießen wir beide das Spiel, diesen Flirt ohne Worte. Unverwandt
schaut sie mir in die Augen. Ihr Lächeln ist noch breiter, und es ist
wieder ansteckend. Plötzlich geht alles so spielend leicht, alles ist so
selbstverständlich. Andere Fahrgäste könnten uns in dem Moment für zwei
frisch verliebte Turteltäubchen halten. Und was dann folgt, kann ich
ohne Übertreibung als die schönsten Augenblicke meiner bisherigen
zwanzig Erdenjahre bezeichnen.
Sie schaut mir weiterhin in die Augen, ihr Lächeln weicht allerdings
einem ernsten, fast nachdenklichen Blick. Was kommt jetzt? Sie schlägt
die Augen etwas nieder. Dann spüre ich eine Berührung an meinem Bein.
Kurz zucke ich zusammen. Ich blicke an mir herunter. Ihre zarte,
kaffeebraune Hand streicht langsam über die Seite meines Oberschenkels.
Sie streichelt mich durch den Stoff meiner Hose, streichelt mich fast
gedankenverloren wie einen vertrauten Liebhaber. Passiert das gerade
wirklich? Sie schielt zu mir herüber, prüft meine Reaktion. Ich fürchte
mein Gesichtsausdruck ist ziemlich dümmlich, so fassungslos bin ich.
Doch dann schlucke ich und nicke ihr leicht zu. Tatsächlich gelingt es
mir, mich wieder einigermaßen zu entkrampfen und auf die Berührung
einzulassen. Das liegt auch an ihrer entspannten Art: sie streichelt
mich auf eine Weise, als wäre es das Natürlichste der Welt. Zuerst mit
der Außenseite ihrer Finger, dann mit der Handfläche. Von der Seite
meiner Schenkel wandert die Hand nach oben, verweilt knapp oberhalb des
Knies, dann bewegt sie sich den Oberschenkel hinauf. Das Kribbeln wird
stärker...
Die Hand wandert weiter und weiter. Eine Welle der Erregung durchflutet
mich. Erst ganz knapp vor meinem Intimbereich stoppt sie ab und setzt
wieder am Knie an. Was ist das nur für eine verrückte Busfahrt!?
Eigentlich kann es nur ein Traum sein, so eine Sache kann einer wie ich
doch unmöglich erleben. Und doch... ihre Berührung ist real, meine
Gänsehaut ist real, und auch meine sich gerade aufbauende Erektion ist
real... Mein Hose beult sich allmählich aus, und das ist wohl deutlich
sichtbar.
Ich blicke mich kurz im Bus um. Nicht mehr viele Fahrgäste da, und die
sind alle im vorderen Teil des Wagens. Mögliche Blicke auf das Geschehen
sind durch die vor uns befindlichen Sitzlehnen abgeschirmt. Die Reihe
hinter uns ist bereits komplett leer. Die Frau neben mir streichelt mich
noch immer. Jetzt geht sie noch etwas forscher ans Werk. Dazwischen
immer wieder der fragende Blick zu mir. Meine eindeutig positive
Reaktion bestärkt sie, und es dauert nicht lange, da überschreitet sie
die nächste Grenze und beginnt jene Körperteile zu ertasten, die sich
mittlerweile klar unter meiner Hose abzeichnen. Das Gefühl, ihre Hand
auf meinen Hoden zu spüren, ist unbeschreiblich. Ich mag es, ich will es
unbedingt, aber gleichzeitig bin ich perplex und ein wenig verstört,
dass das alles so schnell geht: "Was machst du...?" beginne ich. Sie
schneidet mir das Wort ab, indem sie kurz, aber energisch den Kopf
schüttelt. Ich soll nicht fragen, ich soll genießen. Und das tue ich.
Und wie ich das tue...
Ihre Hand ruht auf meinen Geschlechtsorganen, beginnt sie ganz sanft
durch den Stoff hindurch zu massieren und leicht zu kneten. Mittlerweile
ist meine Erektion perfekt. Eine Zeitlang beobachtet sie ihre eigene
Tätigkeit, dann lehnt sie sich zurück und wendet mir ihren Kopf zu. Ich
tue es ihr gleich. Unsere Gesichter sind ganz knapp voneinander
entfernt. Sie sieht mir ernst in die Augen, ihr Mund ist leicht
geöffnet, sie scheint fast ebenso erregt wie ich. Ihr süßes Gesicht, die
sanft geschwungenen Lippen, die dunklen Augen - der Anblick ist fast
schmerzhaft schön. Nun traue ich mich, auch etwas aktiv zu werden, löse
meinen rechten Arm, der zwischen unseren Körpern eingeklemmt ist, und
umfasse ihren zierlichen, warmen Körper, streichle ihre Schulter, dann
ihren nackten Oberarm. Sie sieht mir noch immer in die Augen. Kurz denke
ich, dass wir uns jetzt gleich küssen werden. Ich möchte sie unbedingt
küssen!
Doch dazu kommt es nicht. Ich neige mich ein wenig zu ihr, doch sie
wendet den Blick wieder ab und schaut nach unten auf ihre Hand, die ihre
verspielten Bewegungen nicht gestoppt hat. Durch den Stoff drückt sie
sanft meine Hoden, dann tastet sie meinen mittlerweile steinharten Penis
von unten her ab, drückt ihn in der Mitte leicht zusammen. Ihre
Fingerspitzen wandern noch weiter nach oben, zeichnen die Konturen der
Eichel nach. Ich glaube, ich werde bald explodieren. Ich werde einfach
in meine Hose kommen, es wird eine ziemliche Sauerei geben, aber das ist
völlig egal. Doch dann lässt sie kurz von mir ab und sieht mich direkt
an. Ihr Gesichtsausdruck ist ernst und fast ein wenig prüfend. Dann
beugt sie sich über mich, nestelt mit beiden Händen an meinem Gürtel und
öffnet ihn in erstaunlich kurzer Zeit. Mit einem schnellen Griff ist der
Reißverschluss geöffnet, mit einem weiteren der Bund meiner Unterhose
angehoben und unter meinen entblößten Hoden festgeklemmt. Mein steifer
Penis springt ihr förmlich entgegen, und augenblicklich kümmert sie sich
um ihn, beginnt ihn langsam zu masturbieren. Das lange Streicheln durch
den Stoff hat mich bereits so angeheizt, dass meine Nerven
sensibilisiert sind wie noch nie. Doch die direkte Berührung, Haut an
Haut, ist nochmal eine gewaltige Steigerung.
Es ist wie ein unglaublicher Rausch, eine Traumvorstellung, die das
reale Leben normalerweise nie einlöst: Da sitzt diese wunderschöne Frau
in ihrem eleganten Sommerkleid neben mir und hält meinen steifen Penis
in der Hand. Er ist völlig nackt, und die Tatsache, dass wir beide
bekleidet sind und uns in einem öffentlichen Bus befinden, lässt ihn
nochmal doppelt so nackt erscheinen. Die Szene ist durchaus obszön, und
verstärkt wird dieser Eindruck durch den Charakter des zarten,
bezaubernden Wesens an meiner Seite: Es ist absolut nichts Billiges oder
gar Nuttiges an ihr. Sie befriedigt mich nicht, um mir einen Gefallen zu
tun, sondern weil SIE es in dem Moment will. Ich bin erregt, nein - viel
mehr als erregt, ich bin einfach nur noch GEIL.
Sie hat sich an meinen Körper geschmiegt und ihre weichen Brüste an mich
gedrückt. Obwohl sie mich langsam wichst, stehe ich bald knapp vor dem
Höhepunkt, halte den Atem an. Merkt sie es? Jedenfalls stoppt sie ihre
Bewegung, hält meinen Schwanz aber weiterhin fest, unten an der Wurzel
und mit straff zurückgezogener Vorhaut. Sie beißt sich auf die
Unterlippe, sieht mir angespannt ins Gesicht. Ein paar Sekunden lang
steht es auf Messers Schneide: Ist es soweit oder noch nicht? Ich will
es noch nicht, warum kann es nicht ewig weitergehen... Ich stöhne leise,
halte den Ausbruch aber nochmal zurück.
Und dann folgt der letzte Schritt, die logische Folge alles Bisherigen,
ich ahne es, ich weiß es, und doch kann ich es nicht glauben bis sie es
wirklich tut: Sie senkt ihren Kopf nach unten, senkt ihn über mich, ihre
Haare fallen in meinen Schoß, und dann spüre ich ihren Mund, der sich
warm und weich um mich schließt, und kann ein Aufstöhnen nicht
unterdrücken. Wie oft habe ich von so etwas geträumt, habe mir versucht
dieses Gefühl vorzustellen, das mir bislang keine Frau beschert hat...
Diese Wärme, diese Hitze... Es tut so unglaublich gut! Aber meine
Erregung ist bereits so stark, dass es nur Sekunden dauert, bis ich
meinen Samen aufsteigen spüre... Automatisch kralle ich meine Hände in
ihre schwarzen Locken, meine Beine verspannen sich und beginnen
unkontrolliert zu zucken, und dann schießt es heiß und üppig aus mir
heraus. Ich sehe nur ihren Lockenkopf, aber allein das Wissen, dass mein
Sperma gerade in den Mund dieser Traumfrau spritzt, macht mich rasend
und verlängert meinen ohnehin schon sehr intensiven Orgasmus nochmal um
ein gutes Stück.
Nachdem meine letzten Zuckungen abgeklungen sind und ich noch erschöpft
und verwirrt in meinem Sitz hänge, hat sie sich bereits wieder von mir
gelöst. Sie beugt sich auf die andere Seite des Ganges und drückt den
Halteknopf, dann sammelt sie hastig ihre Sachen ein und streicht sich
die Haare aus dem Gesicht. Dabei vermeidet sie es, mich anzusehen. Träge
sehe ich an mir herunter: Mein Penis ist noch feucht und glänzend von
ihrem Speichel, aber es sind keinerlei Spuren von Sperma daran zu
sehen... Und das nach dieser starken Ejakulation! Das bedeutet wohl, sie
hat jeden Tropfen geschluckt. Ich kann es einfach nicht glauben! Der Bus
bremst scharf ab - wo sind wir überhaupt? Ich sehe kurz aus dem Fenster
und versuche mich zu orientieren. Es muss bereits die vorletzte Station
sein. Sie wird jetzt doch nicht einfach aussteigen? Doch genau danach
sieht es aus. Bevor ich mich auch nur einigermaßen gefangen habe,
verlässt sie bereits ihren Platz - unseren Platz... - haucht mir ein
"Ciao" zu, und schon ist sie dahin und winkt mir nochmal von der Türe
aus zu, bevor diese sich öffnet. Wir waren anscheinend nur noch zu zweit
im Bus. Sie steigt aus, dann bin ich wieder ganz alleine. Der letzte
Fahrgast, wie jedes Mal.
Noch immer sitze ich wie bedröppelt und mit heruntergelassener Unterhose
da, und sehe die Frau ein letztes Mal aus dem Fenster. Sie steht im
schwachen Licht der Straßenbeleuchtung und winkt mir nochmal zu. Der Bus
fährt an und sie entschwindet wie eine Traumerscheinung in der dunklen
Nacht. Doch irgendwas an ihr passte nicht ins Bild... Eine Sache war
seltsam... Was hatte sie da eigentlich in der Hand? Mit einem Moment
begreife ich, und noch ehe meine Hand reflexartig an meine Hosentasche
greift und nichts als Leere ertastet, ist es mir bereits klar: Mein
Geldbeutel ist weg.
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